Berlin - Publishing - Udo von Massenbach - Berlin

May 9, 2015 - 20th Anniversary American German Business Club Berlin                          

* Speech Udo von Massenbach, President                                                                               

*Keynote: Dr. Salem El-Hamid "Der Krieg mit dem 'Islamischen Staat' und seine Auswirkungen "


Dr. Rainer Hermann, FAZ, Middle East Desk:                                                                    Vortrag " Fracking macht unabhängig. Die Folgen für die Arabische Halbinsel."                  vor Konrad-Adenauer Stiftung  am 5. Februar 2014 in Berlin (download)

Martina Jung, Essen/Berlin: "Made in America - The Shale Gas Revolution" (download)

-> Bärbel Freudenberg-Pilster: "Über die Zweckmäßigkeit der Frau oder: Die FDP und die Quote"

-> Beschneidung: Religiöses Recht oder Körperverletzung. Stellungnahme.

-> Arab Unity - compiled by Samir Awwad, Mainz, Germany (download)

-> Syria - by Samir Awwad, Mainz, Germany (download)

-> Libya Special (Massenbach-Letter 02/09/11)

->Working Paper No. 02/2009 Corruption in the MENA region /  Transparency International 

-> The German-Arab Business Forum Berlin 2009 (pdf)

-> Middle Eastern Democracy (pdf)

-> North Eastern Gas Pipelines (pdf)

-> Maps:  Nabucco    Baku-Ceylan    Blue Stream   Middle East Military and Oil   Middle East Oil Corridor    Georgia Pipelines    Central Asia        Afghanistan  Afghanistan-Frontier    Invest Africa   

-> "Die Runen sind" (VNL, Jena 2004), Poems by Udo von Massenbach

Die Runen sind

ISBN 3-934141-91-9

87 Seiten

Format 115 x 174 mm

Hardcover

Ladenpreis 9,90 €

Verlag Neue Literatur, Jena



Terrakotta-Figuren: Wolf Van Roy 

Titel-Foto: Detlef Maugsch 


Leseprobe


Lyriker

Ich bin Lyriker.
Ich schreibe Melodien für die Zeit.

Meine Lieder sind
atonale Worte,
Schönberg im Vers.



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Besprechung: Evelyn v. Bonin, in " Rabenpflug " 27 / 05

Die Runen sind So der Gedichtband-Titel, dessen hell beigegrauer Umschlag ein archaisch anmutendes Paar/Skulptur ziert. Der Autor Udo von Massenbach weist den Leser zu Beginn gleich den Weg.: "Ich bin Lyriker. / Ich schreibe Melodien für die Zeit. // Meine Lieder sind / atonale Worte, / Schönberg im Vers." Die Gedichte sind schlicht, fast karg, fragmentarisch: wie 'Schönberg im Vers'? Brauchen wir vollkommene oder eher fragmentarische Gedichte? Je nach dem. "Wozu wirst du, Mond, schon wieder bestimmt. / ...Du beschreibst unsere Kunst / mit gewebtem Mondlicht." Hat der Autor Gegenwärtiges zu sagen, oder soll man nicht auch was herausschreien? Es geht auch-  "Dezent. Anständig soll es sein. / ...Anständig? / Ich kehre zurück zu den Alten. / Dezent ist anständig, / aber welch ein Anstand."

Ein Dichter strebt nach Vollkommenheit : gibt es sie nicht auch im Fragmentarischen? "Ist die Macht des Dichters, / aus Wahrheit und Lüge / ein Drittes zu bilden, / aus dem neuen Dasein / ein So-Sein mit verdeckter Lüge / zur Verzauberung des Hörers zu führen?" An einem Gedicht kann oder sollte man sich abarbeiten, man muß kein opulentes Werk vorlegen: Eine Handvoll Gedichte pro Jahr, gehauen in Stein: "Die Runen sind. / Sie leben in uns. / Wir tragen ihre Namen. / Und wissen es nicht."


Vielbeachtete Neuerscheinung: ‚Die Runen sind’ 

 

„Der wahre Zweck eines Buches ist es, den Geist hinterrücks zum eigenen Denken zu verleiten.“

Man wird kaum ein passenderes Zitat für die Gedichte in ‚Die Runen sind’  von Udo v. Massenbach finden können. Sie spielen mit Sprache, Inhalten und Bedeutung. Nicht (nur) die Lust am Wohlklang der Bedeutungsträger, sondern die Lust am Spiel mit der Bedeutungswandlung machen den poetischen Reiz der Texte aus. Das Wort nimmt das Wort beim Wort: Wortgeschichte, Sinngeschichte, kultureller Assoziationenreichtum vornehmlich aus den beiden großen Quellen europäischer Geistestradition: antike Mythologie und Christentum, verweisend auf Zen-Buddhismus. Der Titel ist Programmatik. Er provoziert mit Auslassung. Wer so in die Tiefe geht, spielt mit den Verstehensvoraussetzungen. Mit dem Tradierten, mit den Grenzen des Denkens und des Seins. Die Gedichte verzichten auf die Bedienung tradierter Verstehensmuster. „Schönberg im Vers“ als Motto. Die Reduktion auf den Begriff geschieht. Dazu die Geste des Überschreitens: Denk- und Begriffs-Normative verlassend. Das macht ein schillerndes Spiel mit Sprache möglich.

‚Die Runen sind’  ist die Seele des Udo von Massenbach. Die vielseitigen Gedichte nehmen seine verborgenen Tiefen auf und bringen sie an den Tag. Die Vielschichtigkeit des Autors fließt in den Text, eine fließende Form abseits bekannter Reimmuster. Besinnlichkeit, Besinnung, Nachdenklichkeit werden erzeugt.  Udo von Massenbach schreibt sich von der Seele, und entledigt sich jener, legt sie damit aber vor. Das Gedicht ‚Sister Morphine’ taucht in die Erfahrung des absoluten Nicht-mehr-Daseins, aber noch mit schlagendem Herzen. Die aufgenommenen Archetypen ‚Runen’ sollen die bekannte Vergangenheit, gemeinhin die dunkle, als bestehende Gegenwart bewusst werden lassen, jenseits politischer Strickmuster. Das Lied, die Lyrik, versucht den Schauder zu nehmen, der mit dem Begriff ‚Rune’ transportiert wird. Der Autor ist fern politischer Einvernahme. Immer wieder Frauennamen. Ana Bela, Andrea, Carmen, Yasmin. Ana Bela, die portugiesische Jüdin, eigentlich zu Deutsch ‚Mandelbaum’ heißend, wird verständlich durch seine Leidenschaft mit jüdischen Frauen und seiner Anziehung zu ihnen. Yasmin – die Neigung zu asiatischer Tiefe, der Mond – als Kumpel. Was machen die mit uns? Das stille Bündnis Verstehender. Und auch immer wieder die Suche, das Infragestellen von Tradiertem, fragend und öffnend.  Nicht zuletzt sind es seine direkt und indirekt enthaltenen Emotionen wie Trost, Geborgenheit und Sensibilität, die den Leser in die Gedichte hineinziehen.

Die in Runenschrift gespiegelten Zeilen sowie die Grafiken im Buch unterstreichen den Anspruch an das Spiel mit den Verstehensvoraussetzungen und die Suche nach dem Besonderen.

Ein Buch aus Erfahrung für Erfahrene.  j.krug